BlankoMusik

Künstler

Ganes

Webseite  Facebook  Youtube

GANES: an cunta che

VÖ 30.09.2016 / Capriola / Sony

Gestern. Heute. Morgen. Ganes spielen mit der Zeit. Immer persönlicher, immer reifer wird der Klangkosmos der drei Frauen, die klar zeigen, dass Tradition und Moderne nicht nur friedlich nebeneinander existieren können. Sie verschmelzen, sind eins. Mit souveräner Sicherheit haben Ganes eine eigene musikalische Sprache geschaffen, die ihren unverwechselbaren Stil weiter definiert. Unkitschig, aber episch. Gleichsam ernst und verspielt.

„an cunta che“. „Man erzählt, dass…“. So heißt das neue Album von Ganes, inspiriert von der Ladinischen Sagenwelt. Von Legenden, die man sich in den Dolomiten schon seit Jahrhunderten erzählt. Die bis heute nichts verloren haben von ihrer Verführungskraft und Magie, entsprungen aus einer kargen Berglandschaft.

 

Ganes lassen die alten Geschichten ins Heute wirken. Tief eingetaucht in das untergegangene, märchenhafte Reich der Fanes, holen sie sirenenhafte Klänge in die Gegenwart. Alt und Neu steht sich gegenüber, untrennbar verbunden, neu betrachtet.

Auf „an cunta che“ spielen Ganes mit Märchenmotiven ihrer Heimat. Sie singen über die Gana Moltina und ihren Pakt mit den Murmeltieren, über die mutige Königstochter Dolasila und ihre Zwillingsschwester Luianta. Über Zwerge und Silberpfeile, gefährliche Drachen, böse Zauberer, Adler mit goldenen Krallen, die Kinder der Sonne und die Quelle des Vergessens. Über die Unterwelt der Aurona und wunderschöne blaue Steine.

Man spürt das Feuer in den Höhlen lodern, die Stürme in den bleichen Bergen peitschen, den Wind sanft in den Wäldern rauschen. Man sieht die Blitze zucken, fühlt den Zauber der Morgendämmerung und hört die Klagen der traurigen Mondprinzessin.

Ganes ziehen einen in diese Welt voller Sehnsucht, Melancholie und Fantasie. Sie zaubern mit „an cunta che“ das Reich der Ladinischen Sagen in eine eigene, epische Art der Popmusik, weit, warm, samtig und luftig. Mit ihrem dreistimmigen Gesang, den raffinierten, verspielten Melodien. Mal leicht und fröhlich, dann wieder tief, dunkel und geheimnisvoll. Die Musik von Ganes passt perfekt zur Mystik der Dolomitensagen. Ihre Sprache lockt, scherzt, zeichnet Bilder.

„an cunta che“ entführt und verführt, berauscht und lässt träumen. Mit einer Mischung aus traditionellem Instrumentarium und modernen, elektronischen Elementen. Hackbrett trifft Vermona Orgel trifft Drummachine. Dazwischen ein Streichquartett, Synths zu Querflöte und Klarinette, upright Piano zu Gitarre.

Ganes locken die Dolomitensagen in eine neue Zeit. „An cunta che“ zeigt, dass Vergangenheit und Zukunft sich nicht ausschließen. Dass die Übergänge fließend sind. Und dass wir eben nur einen Ausschnitt sehen des großen Ganzen. Die Welt von Ganes ist gleichzeitig märchenhaft verwunschen und urban, neu und alt, es gibt keine Grenzen.

 

Am Anfang war das Wasser. Eine Gründungslegende gibt es nämlich für GANES, auch wenn sie eigentlich keine brauchen. Schließlich sind sie selbst, ist ihre Musikalität und ihr Gesang, Substanz genug, um eine Künstlerbiografie zu füllen. Manche Geschichten sind aber zu schön, um sie nicht zu erzählen.


Die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling begleiten sich schon ein Leben lang durch ihre musikalischen Welten. Tür an Tür sind sie aufgewachsen in La Val, einem kleinen Dorf in den Südtiroler Dolomiten, Angehörige einer Südtiroler Minderheit mit eigener, rätoromanischer Sprache: Ladinisch. So abseits von flirrenden Metropolen, so nahe an der wilden, urtümlichen Offenheit der Natur. Die große Welt steckte in der kleinen. Und lockte jede der drei Frauen, sie zu entdecken.
Gemeinsam sangen sie auf Hubert von Goiserns Konzertschiff bei der Linz-Europa-Tour, gemeinsam ließen sie ihre Ideen wachsen, wurden zu vielstimmig singenden Märchenwesen, zu GANES. Verwurzelt in ihrer ladinischen Heimat, verbunden durch ihre Sprache, verwöhnt mit der Möglichkeit, das Fliegen zu Lernen. Umgeben von Wasser, langsam, mit- und gegen den Strom.
Das Trio GANES entstand auf einem Fluß. Umso naheliegender der Name: in den Fanes-Sagen der Südtiroler Heimat sind GANES Wasserhexen, die dem, der sie sieht, Glück bringen können – oder Unglück. Je nachdem, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Das Schicksal lässt sich eben nicht in die Karten sehen. GANES singen in ihrer Muttersprache. Sie wörtlich zu verstehen, ist den wenigsten möglich. Man muss GANES mit dem Herzen verstehen.

Innerhalb der ersten drei Jahre haben Elisabeth, Marlene und Maria drei Alben veröffentlicht. Die Trägheit des Flusses weicht einem rasanten Tempo. Und die drei Musikerinnen lassen eine ganze Palette an musikalischen Spielereien schillern, singen über das Leben, über Gefühle und Geschichten, Vertrautes und Fremdes.
2010 erscheint „Rai de Soredl“, der „Sonnenstrahl“, das verspielte, quirlige, fröhliche erste Album. 2011 folgte das melodisch-weiche „Mai Guai“, 2012 das melancholisch-verwobene „Paroes & Neores“

Live bilden die drei Musikerinnern viel mehr als das Zentrum ihrer Bühne: sie tragen ihre Songs, vielstimmig, harmonisch. Sie wechseln sich ab an Geige, Gitarre, Schlagwerk. Jede füllt ihre Rolle aus. Elisabeth und Marlene lassen die Harmonien schweben. Maria gibt den Rhythmus vor, am Schlagzeug, mal drängend, fordernd, mal im Hintergrund. Hingerissen hört man zu, staunt über die Komposition der Klänge, über die klugen Arrangements, über das Bild der drei Frauen, die sich die Bälle zuspielen, lust- und klangvoll.

GANES‘ Horizont scheint grenzenlos. Ladinisch, die alte, die vergessene Sprache, wird zu einem Universaldialekt, in dem jeder fühlen kann. Den jeder verstehen kann. Der im Indieradio und im Heimatfernsehen gehört wird. Die drei Musikerinnen werden von Kulturmagazin zu Reisebericht gereicht, von Newsformat bis zur TV-Feier traditioneller Identität. Das Heute Journal feiert sie als exotische Klangwunder, die BR-„Bergheimat“ widmet ihnen 45 Fernsehminuten. GANES sind angekommen im kulturellen Bewusstsein der Musikhörer.

Das Besondere dabei? GANES machen Popmusik. Zeitgenössische, melodische, urbane und raffinierte Popmusik. Die wie durch ein Wunder genau passt auf die ladinische Tradition, auf die Wurzeln in der Bergtradition. Aber eben auch auf das Leben dreier moderner junger Frauen. Südtirol zieht in die Metropole, die Metropole zieht nach Südtirol. Das lässt Grenzen nicht nur verschwimmen, das macht sie absolut überflüssig. Keine Klassifikation passt auf GANES. Sie sind einfach, wie sie sind. Sie sind der Klang von heute.

„…(Ganes) tun das, was wir als Bestätigung unserer Zuneigung brauchen. Bei sich selbst sein mit Selbstbewusstsein als Frauen. Mit den Händen fast jedes Wort unterstreichen. Tanzen aus der Mitte heraus, vielsagendes Lächeln. Kesse Seitenblicke, ob das alles auch beachtet wird. Und singen, singen, glockenhell und brummeltief, rau und rauchig, süß, zart und lasziv, seufzend und hauchend.“ – Süddeutsche Zeitung, August 2013

„…„Ganes“-Kompositionen leben vom sirenenhaft berückenden, sanft erotischen Harmoniegesang des Trios, vom wohldosierten Einsatz virtuoser Violinpassagen, die bei Elisabeth und Marlene anmuten, wie die Soli einer vierhändigen Wundergeigerin — und von Maria Molings erheblich ausgebautem Faible fürs Schlagzeug: Hier ist ohne Übertreibung das Prädikat „Superdrummerin“ angebracht.“ – Nürnberger Nachrichten

„Das Trio ist gereift, und so präsentiert es intelligenten, raffinierten Jazz mit einem Schuss Pop. Und beweist ganz nebenbei, dass es nicht wichtig ist, in welcher Sprache gesungen wird. Denn Ganes‘ Songs haben eine universelle Sprache, die jeder versteht und die jeden berührt.“ – Melodie & Rhythmus